ADHS Diagnostik für Kinder und Jugendliche in München

Diagnose typischer ADHS-Symptome und Verhaltensweisen

ADHS Diagnostik für Kinder und Jugendliche in München - Professor Dr. Jan Kiesewetter Praxis für Psychotherapie München

ADHS, die „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung“ macht sich meist bereits im frühen Kindesalter bemerkbar und kann zu Belastungen in verschiedenen Lebensbereichen führen – etwa im Kindergarten, in der Schule, zu Hause oder im sozialen Umfeld. Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Konzentration, Impulsivität wie Hyperaktivität können den Alltag des Kindes und der Familie stark beeinflussen. Bei geringerer Ausprägung von Impulsivität und Hyperaktivität, besteht die Gefahr, ADHS zu übersehen, was zu Folgeerkrankungen führen kann. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Unterstützung sind daher besonders wichtig.

 

In unserer Praxis in München bieten wir eine umfassende psychologische Diagnostik für Kinder und Jugendliche an, bei denen der Verdacht auf ADHS besteht. Die Diagnostik umfasst verschiedene psychometrische Testverfahren sowie ausführliche Gespräche mit dem Kind/Jugendlichen, den Eltern und – wenn nötig – weiteren Bezugspersonen. Wir bieten die Diagnostik auf Wunsch auch in englischer Sprache an.

 

Wichtige Hinweise:


Diagnose und Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychiatrischen Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter. In Deutschland wird die Prävalenz bei Kindern und Jugendlichen auf ca. 5 % geschätzt. Jungen sind etwa viermal häufiger betroffen als Mädchen.

 

Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung beschrieben – unter anderem von H. Hoffmann (1845) in Deutschland und Bourneville (1897) in Frankreich, die Fälle von motorischer Instabilität bei Kindern beschrieben.

 

Dies verdeutlicht, dass ADHS keine Modeerscheinung ist, sondern eine häufig unterschätzte und übersehene Störung, die erhebliche Auswirkungen auf den Alltag des Kindes/Jugendlichen und seiner Familie haben kann. Unbehandelt kann sie zu schulischen Schwierigkeiten und schulischem Misserfolg, Konflikten im sozialen Umfeld (v.a. mit Peers, Lehrkräften und Familienmitgliedern), emotionalen Belastungen mit psychiatrischen Spätfolgen (z. B. Suchterkrankungen, Depressionen oder Ängste) und perspektivisch zu Problemen in Ausbildung, Studium und Beruf führen.  

Symptome, Verlauf und Diagnose von ADHS bei Kindern und Jugendlichen

Die typischen Symptome sind Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität. Mittlerweile wird von drei Ausprägungsformen gesprochen, wie sich die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung zeigen kann: vorwiegend hyperaktiv/impulsiv, vorwiegend unaufmerksam oder der Mischtyp. 

 

Die ersten Anzeichen zeigen sich oft schon im Vorschulalter. Betroffene Kinder sind häufig sehr aktiv, haben Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen, sind sprunghaft im Spielverhalten und ablenkbar. Manche Kinder zeigen zudem Regulationsschwierigkeiten, etwa beim Schlafen, Essen und durch übermäßiges Schreien und gereizt sein.

 

In der Schulzeit treten häufig Symptome auf, wie Konzentrations- und Motivationsprobleme, Organisations- und Strukturierungsschwierigkeiten, Vergesslichkeit und impulsives Verhalten. Trotz normaler oder sogar überdurchschnittlicher Intelligenz können dadurch Lern- und Leistungsprobleme entstehen. Parallel dazu kommt es häufig zu Konflikten mit Gleichaltrigen, Lehrkräften oder Familienmitgliedern.

 

Während der Pubertät kann sich die motorische Unruhe verringern, jedoch bleiben Aufmerksamkeitsprobleme und Impulsivität häufig bestehen. Jugendliche mit ADHS haben es oft schwer, sich zu strukturieren oder aufgrund Motivationsschwankungen langfristige Ziele zu verfolgen. Die Schulprobleme bleiben bestehen. Sie zeigen im Vergleich zu Gleichaltrigen darüber hinaus häufiger riskante Verhaltensweisen, wie z. B. Leichtsinn im Straßenverkehr, exzessiven Alkohol- oder Drogenkonsum.

 

Der weitere Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich:

  • Bei einem günstigen Verlauf nehmen die Symptome mit zunehmendem Alter deutlich ab, und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen lernen, mit ihren Besonderheiten umzugehen. Doch es kann auch zu dysfunktionalen Kompensationsstrategien kommen, indem sich Betroffene zwingen, möglichst ordentlich und strukturiert zu sein mit der Gefahr eine zwanghafte Persönlichkeitsakzentuierung oder -störung zu entwickeln.
  • Bei anhaltendem ADHS im Jugendalter und frühem Erwachsenenalter bleiben Probleme in Schule, Studium, Ausbildung, Beruf oder sozialen Beziehungen bestehen. Bereits seit der Kindheit bestehende aggressive Verhaltenszüge können ebenso bestehen bleiben. Aufgrund der Impulsivität neigen Jugendliche mit ADHS eher zu Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie kriminelle Aktivitäten. 

ADHS tritt häufig gemeinsam mit anderen psychischen oder entwicklungsbezogenen Störungen auf. Dazu gehören Lernstörungen, Angststörungen, Depressionen, oppositionelles Verhalten oder Impulskontrollstörungen. Diese Begleiterkrankungen können die Diagnose und Behandlung erschweren, machen eine sorgfältige psychologische Diagnostik aber umso wichtiger.

Behandlung und Therapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen

Die Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen erfolgt multimodal und umfasst in der Regel Einzel- und/oder Gruppentherapie, Elterntraining sowie Medikamente. Eine Kombination aus diesen Maßnahmen ist oft die wirksamste Behandlung. Eine Heilung gibt es nicht, doch mit einer geeigneten Behandlung können die Symptome deutlich gemildert und die Entwicklung des Kindes positiv beeinflusst werden.

 

Psychotherapeutisch steht vor allem die Verhaltenstherapie im Vordergrund, mit dem Ziel selbstregulatorische Fähigkeiten zu stärken. Auch die Psychoedukation ist ein wichtiges Element, mit dem Ziel durch Aufklärung Verständnis und Akzeptanz zu fördern. Im Elterntraining sollen Eltern unterstützt werden, mit Herausforderungen im Erziehungsalltag besser zurechtzukommen und die Eltern-Kind-Interaktion zu verbessern. Da sich die ADHS-Symptomatik auch in der Schule zeigt, ist eine Zusammenarbeit mit Lehrkräften häufig relevant. 

 

Bei der medikamentösen Behandlung kommen Stimulanzien, wie z. B. Produkte, die Methylphenidat oder Amphetamin enthalten (Ritalin), zum Einsatz. Es können auch andere Medikamente verschrieben werden. Stimulanzien scheinen die Konzentration von chemischen Substanzen im Gehirn, den so genannten Neurotransmittern, zu erhöhen und auszugleichen.

 

Zu den anderen Medikamenten, die zur Behandlung von ADHS eingesetzt werden, gehören das nicht-stimulierende Atomoxetin. Atomoxetin wirkt langsamer als Stimulanzien, aber es kann eine gute Alternative sein, wenn Stimulanzien aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht eingenommen werden können oder schwere Nebenwirkungen verursachen.

 

Studien zeigen, dass die Kombination aus psychotherapeutischen Maßnahmen und medikamentöser Behandlung in vielen Fällen am wirksamsten ist. Eine individuell abgestimmte Therapie kann die Lebensqualität des Kindes und der Familie deutlich verbessern und langfristig die schulische und soziale Entwicklung positiv beeinflussen.

 

Aus diesem Grund bieten wir in unserer Praxis in München eine umfassende psychologische Diagnostik und spezifische ADHS-Diagnostik für Kinder und Jugendliche an, bei denen der Verdacht von ADHS vorliegt. Zur Diagnostik werden verschiedene psychometrische Tests sowie ausführliche Gespräche durchgeführt.


Bitte beachten Sie, dass in dieser Praxis aktuell keine medikamentöse Beratung, Einstellung oder Rezeptverschreibung möglich ist. Wir empfehlen unseren KassenpatientInnen, sich hierfür an eine/n FachärztIn für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu wenden.